Danke für eure Unterstützung!

Die Finanzierung und der Betrieb des in:takts stützt sich auf ein komplexes Konstrukt aus Zusammenarbeit von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, engagierten Freiwilligen, der Ottostadt Magdeburg, der WOBAU und der MDCC. Die Unterstützung der Stadt beruht auf dem Maßnahmenplan ‚Handel in der Innenstadt und den Stadtteilzentren‘. Dieser wurde im Dezenber 2020 aktualisiert und die Unterstützung des in:takts und des schau.werks waren nicht länger vorgesehen.

Daher haben wir einen offenen Brief an den Oberbürgermeister und verschiedene involvierte Akteur*innen der Stadt geschrieben. Ihr habt mit eurer Unterschrift unserer Bitte nach einer Fortsetzung der Förderung Nachdruck verliehen. Und es hat sich gelohnt! Das in:takt wird für ein Jahr weiter gefördert. So können wir Bestandteil der Innenstadt und Magdeburger Kulturszene bleiben!

Und den Anhang unseres offenen Briefes mit ausführlicher Argumentation, warum das in:takt wichtig für Magdeburg ist, findet ihr hier.

Denkmal Ulrichskirche

Auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Alten Markt laufe ich jedes mal durch den kleinen Park und am Denkmal Ulrichskirche vorbei. Nach dem grauen Bahnhof und dem City Carré ist dies der erste begrünte Ort, welcher auch zum kurzen Verweilen einlädt. Ein spontan entstandenes Gespräch mit einem Anwohner hatte mich kurz nach meinem Umzug nach Magdeburg auf den historischen Charakter des Ortes aufmerksam gemacht. Die Ulrichskirche, welche dort stand wurde nach einem Luftangriff beschädigt, so dass sie 1956 mit weiten Kirchen gesprengt wurde. Am 20. März 2011 kam es zu einem Bürgerentscheid darüber, ob die Ulrichskirche wiederaufgebaut werden solle. Dieser Bürgerentscheid wurde vom Kuratorium zum Wiederaufbau der Ulrichskirche angestoßen und es entstanden Bürger:inneninitiativen für und gegen einen Wiederaufbau. Mit einer Wahlbeteiligung von 56% stimmten 76% der Bürger*innen GEGEN den Wiederaufbau der Ulrichskirche. Auch mein Gesprächspartner war gegen den Wiederaufbau und ist sehr zufrieden mit dem entstandenen Park und dem Brunnen. Ein Park trage als Erholungsfläche für die Anwohner:innen viel zu einer belebten Innenstadt bei, als eine weitere Kirche bei der sowieso hohen Kirchendichte in Magdeburg. Weitere lange Bauarbeiten und die damit verbundenen hohen Kosten würden auch gegen den Wiederaufbau sprechen.

Es ist Freitagabend und ich sitze vor dem Brunnen, im Hintergrund ist der Park zu sehen, wo die Sonne langsam untergeht. In den letzten beiden Stunden konnte ich die Spatzen beobachten, die durch die Gegend gehüpft und geflogen sind um zwischendurch an den Tischen nach Krümeln zu suchen. Immer wieder sind Kinder neugierig zum Brunnen gerannt, haben sich auf die Kante gelegt und versucht mit den Händen ans Wasser zukommen. Dann sind sie wieder aufgesprungen um den Brunnen gerannt und fast hineingefallen. Am Brunnen sitzen verschiedene Menschen, ältere und jüngere, nur für einige Minuten und für längere Zeit. Es ist warm, jedoch trägt der Wind immer wieder Wasserspritzer vom Brunnen zu mir. Das melodische Rauschen des Brunnens und das Murmeln der Menschen lässt den Ort lebendig wirken und übertönt die Geräusche der Straße und Straßenbahn und schirmt den Platz so akustisch ab. Doch als um Punkt 22 Uhr der Brunnen ausgeschaltet wurde fällt auf, dass das ständige Rauschen auch ein Stressfaktor war, zumal inzwischen der Straßenverkehr fast verstummt ist. Die Fassaden der umliegenden Häuser sind mit Stuck verziert und erinnern an ein vergangenes Magdeburg. Nur das große ‚City Carreé‘-Schild fällt als störend auf.

Bilder: Eigene Aufnahmen und Tobias Köppe: Die Magdeburger Ulrichskirche – Geschichte. Gegenwart. Zukunft., Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011.

Hannah Siler

Orte der Innenstadt: Kreuzgang

Kreuzgang Geschichte: Ab 1552 Blässgasse 1724 Abriss des Kreuzgangs der Sankt-Nicolai-Kirche um die Straße zu bauen Ab 1743 Neue Poststraße Bis 1807 Der alte Parat (südlicher Teil) – ist die westliche Domplatzbegrenzung – An der Stelle des ursprünglichen westlichen Teilstücks ist das Hunderwasserhaus Ideen: – große Bildschirme/Projektionen an die Wand -> digitale Medien (bis 22:00 Vermeidung von Lichtverschmutzung) -> Geschichte der Stadt -> Kunst -> School Board (Kindergarten) – intaraktive Beamern -> Projektionen auf die Mauer Ziele: – Mehr Umsatz für die Cafés – Mehr Besucher für die grüne Zitadelle – Wissen aus Forschung an der Universität in die Öffentlichkeit tragen (Entwicklung eines Studiengangs „nachhaltige urbane stadtentwicklung“)

Vorplatz des Opernhauses, Magdeburg

WARUM DIESER ORT?

  • Riesengroß aber stets leer

WAS IST DIE BESONDERE QUALITÄT?

  • Opernhaus als Sehenswürdigkeit, Veranstaltungsort und Symbol für Kultur

POSITIVES

  • Viel Platz
  • Gute Lage (Nähe zur Universität, Breiter Weg/Erzbergerstraße)

NEGATIVES

  • Wenig Grün
  • Kaum Sitzgelegenheiten
  • Nicht abgeschirmt vor Autos und Straßenbahnen
  • Sehr viel Grau

WÜNSCHENWERTER BEITRAG FÜR DEN ORT

  • Grünstreifen, Blumenbeete, mehr Bäume
  • Bänke und Tische
  • Abgrenzung zur Straße (z.B. durch Bäume)

Ulrichplatz, Magdeburg

WARUM DIESER ORT?

  • Gefällt uns sehr gut
  • Sonne, Menschen, Natur, Leben

WAS IST DIE BESONDERE QUALITÄT?

  • Urlaubsatmosphäre
  • Riesiger Springbrunnen
  • Treffpunkt vieler Menschen

POSITIVES

  • Viel Platz
  • Viele Restaurants und Cafés
  • Sonnige Lage
  • Große Grünfläche, Bäume, Blumen
  • Viele Sitzgelegenheiten: in Cafés, auf Terrassen, am Springbrunnen, auf der Wiese
  • Es gibt Fahrradständer

NEGATIVES

  • Brunnen etwas zu laut
  • Kein Schatten im Sommer

WÜNSCHENSWERTER BEITRAG FÜR DEN ORT

  • Cafés/Stände mit nachhaltigen Lebensmitteln und Getränken (Bio, fair trade, weniger tierische Produkte)

Otto von Guericke Statue bei der Hauptwache

Die Otto von Guericke Statue mitten in der Innenstadt, doch ist dir dieser Platz schonmal richtig bewusst geworden?

Man muss den alten Markt einmal komplett überqueren um hier hin zu gelangen. Eine stille Oase in einer beschleunigten Stadt. Es gibt viele Sitzgelegenheiten und in den warmen Sommermonaten plätschert hier auch etwas Wasser aus dem Brunnen.

Schade ist, dass der Platz von so vielen Parkenden Autos umzingelt ist, Bäume wären doch viel schöner oder nicht? Für eine entspannte Mittagspause mit viel grün wäre dieser Ort doch gleich viel schöner.

Schön beobachten kann man von den Bänken aus den roten Doppeldeckerbus, der in den Monaten April bis Oktober von dort seine Route startet. Er bietet ganz bequem, die Möglichkeit die schönen Orte der Ottostadt kennen zu lernen.

Um diesem Ort mehr als einen Start- und Endpunkt zuzuschreiben, kann ich mir hier gut eine Kooperation zwischen dem roten Doppeldeckerbus und dem in:takt vorstellen. Wie wäre es denn, wenn der Bus die vorgestellten Orte unseres Blogs abfahren würde? Unsere Innenstadt kann mehr als nur Hundertwasserhaus und Dom.

Ruine im Stadtpark

Mitten in der Stadt, an einem der zentralsten Punkte Magdeburgs und dabei mitten im Grünen, versteckt vor Vorbeilaufenden, abgeschirmt durch Bäume und Gebüsch steht ein riesiges Haus. Er gleicht in der Surrealität seiner Existenz einem Traum von einer Oase, die der*die Reisende nicht zu entdecken gewagt hätte. 

Darin: Mehrere riesige, von Licht durchflutete Räume. 
Davor: Eine Fläche, die mit ihrer Größe und Leerheit und Form provokant danach schreit, bebaut, betanzt und bespielt zu werden.
Drum herum: Grün. 
und um noch ein Sahnehäubchen obendrauf zu setzen – Daneben: Einige kleine Bungalows. 

Das Problem:

Ein auffälliges Problem der Magdeburger Stadtlandschaft ist der enorm hohe Leerstand, von Gebäuden die vor Potential nur so übersprudeln und dann aus verschiedenen Gründen ungenutzt bleiben, zerfallen, veralten. reiche Investor*innen und Spekulant*innen nehmen der Stadt das Potential Freiräume sich entwickeln zu lassen. 

Die Vision:

Diese Haus muss bespielt werden. Menschen sollen darin leben, sich treffen, kulturelle Events planen, Kunst machen und sich frei entfalten können. Die Grünfläche kann begärtnert und in Szene gesetzt werden.

Drehbare Halbkugel-Sitzgelegenheit am Petriförder

Beim Bearbeiten der Ortscharakterisierung kam mir diese ungewöhnliche Sitzgelegenheit in den Sinn. Ich habe während meiner Schulzeit dort viele schöne Stunden mit Freund:innen verbracht. Die Halbkugel bietet sich perfekt an um zu zweit oder zu dritt zu schwatzen, zu entspannen und in der Natur zu sein. Sogar bei Wind und Wetter – sofern nicht zu kalt – bietet die Sitzgelegenheit Schutz vor Regen und, da man sie um den festen Tisch in der Mitte drehen kann, auch vor Wind. Grade dieses interaktive Element macht diese Nutzung einer Magdeburger Halbkugel für mich besonders und attraktiv. Im Gespräch ergab sich jedoch, dass der Ort bisher nicht sehr bekannt ist. Vielleicht konnte meine Ortscharakterisierung etwas Neugierde im Seminar erwecken und bringt den ein oder anderen dazu dort mal vorbeischauen und den Ort eventuell weiter zu teilen.

Während meines Nachdenkens über die Sitzgelegenheit kam eine mögliche Verbesserungsidee in mir auf. Würde man  zwei weitere gleiche Sitzgelegenheiten installieren könnte man den Ort auch als größere Gruppe nutzen indem man sich einander zuwendet. Verweilen jedoch verschiedene Grüppchen dort, könnte man sich auch voneinander wegdrehen um etwas Zweisamkeit zu haben.

An sich ist der Ort jedoch toll so wie er ist. Er könnte lediglich etwas bekannter werden um öfters genutzt zu werden.

2o2o © in:takt